Klettern die Temperaturen in die Höhe, strengen wir uns an oder hüten wir mit Fieber das Bett, schwitzen wir vermehrt. Diese natürliche Kühlfunktion schützt unseren Körper vor Überhitzung. So weit, so normal! Manchmal jedoch gerät dieser Mechanismus außer Kontrolle – mit unangenehmen Folgen für die Betroffenen.

Warum schwitzen wir eigentlich?

Schweißperlen auf der Stirn, ein feuchter Händedruck oder störende Flecken unter den Armen – keine Frage, Schwitzen kann nerven. Dabei erfüllt es eine lebensnotwendige Funktion. Kaum ein anderes Säugetier kann seinen Wärmehaushalt so effektiv regulieren wie der Mensch. Schließlich haben wir unsere ganz persönliche Klimaanlage in Form von bis zu vier Millionen Schweißdrüsen immer dabei. Steigt die Temperatur an, sondern diese – gesteuert durch das autonome Nervensystem – Schweiß ab. Dieser verdunstet an der Körperoberfläche, was einen kühlenden Effekt hat. So halten wir unsere Körpertemperatur.

Warum wir an manchen Körperstellen mehr schwitzen als an anderen, hängt übrigens von der Verteilung der Schweißdrüsen ab. Es mag also nicht weiter verwundern, dass die Dichte an Fußsohlen, Handflächen, Achseln und Stirn am höchsten ist.   

Wie viel Schwitzen ist normal?

An manchen Tagen läuft einem der Schweiß in Sturzbächen hinunter und verräterische Flecken zieren die Kleidung. Ganz normal? Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, hängt die Schweißmenge doch von Faktoren wie Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Größe, Gewicht oder körperlicher Aktivität ab. So verliert man an kühlen Tagen, an denen man sich nicht sonderlich anstrengt, in etwa einen halben Liter Schweiß, während sich die Menge an heißen Tagen und bei körperlicher Aktivität vervielfachen kann. Als Faustregel darf daher gelten: Von vermehrtem Schwitzen sprechen wir dann, wenn deutlich mehr Schweiß produziert wird, als der Körper zum Herunterkühlen braucht!

Hyperhidrose: Wenn Schwitzen belastet

Übermäßiges Schwitzen – in der Fachsprache als Hyperhidrose bezeichnet – betrifft Schätzungen zufolge etwa ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung. Der psychische Leidensdruck ist mitunter enorm. Negative Auswirkungen sind vor allem im sozialen Miteinander spürbar. Die unkontrollierbare Schweißproduktion kann angeboren oder aber Folge einer Erkrankung (Diabetes, Krebs …) sein. Auch hormonelle Umstellungen, chronische Infekte, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Übergewicht können Hyperhidrose begünstigen. Übermäßiges Schwitzen sollte stets ärztlich abgeklärt werden.

Während sich eine leichte Hyperhidrose durchaus mit Hausmitteln in den Griff bekommen lässt, ist bei schwerwiegenden Fällen eine Therapie ratsam. Immerhin bringt übermäßiges Schwitzen den Wasserhaushalt durcheinander und kann dadurch gesundheitliche Probleme begünstigen. Je nach Ausprägung kommen beispielsweise lokal wirksame Präparate auf der Basis von Aluminiumsalzen, eine Gleichstromtherapie oder Injektionen mit Botulinumtoxin A zum Einsatz. 

Die besten Hausmittel gegen übermäßiges Schwitzen

Ist die Hyperhidrose nicht so stark ausgeprägt, bringen folgende Tipps Linderung. Zudem können sie eine medizinische Behandlung ergänzen.

  • Bei übermäßiger Schweißproduktion ist Salbei ein echter Geheimtipp. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe verengen die Schweißdrüsen. Für spürbare Effekte trinken Sie täglich bis zu drei Tassen lauwarmen Salbeitee – allerdings nicht länger als zwei Wochen am Stück. Auch Wickel oder Fußbäder mit Salbei wirken Wunder.   
  • Koffein, Alkohol, Nikotin und scharfes Essen sind Schweißtreiber. Im Zweifelsfall also besser weglassen.
  • Apfelessig zieht die Schweißdrüsen ebenfalls zusammen und hat zudem eine antibakterielle Wirkung. Tupfen Sie ihn vor dem Schlafengehen auf die betroffenen Hautstellen und spülen Sie ihn am nächsten Morgen ab.
  • Wählen Sie weitgeschnittene Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Seide oder Hanf, damit die Haut atmen kann.
  • Innere Anspannung und Stress sorgen für Schweißausbrüche. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen.