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Für die meisten Menschen ist ein Wespen- oder Bienenstich im Sommer nichts weiter als eine unangenehme Erfahrung. Doch für rund drei Millionen Menschen in Deutschland kann ein Insektenstich schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben – bis hin zum anaphylaktischen Schock. Jährlich sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen an einer allergischen Reaktion nach einem Stich. Dabei lässt sich das Risiko mit einer Allergie-Immuntherapie deutlich reduzieren – aber zu wenige nutzen diese lebensrettende Möglichkeit.
In Städten mit viel Grün begegnet man im Sommer täglich Bienen und Wespen. Für viele Menschen ist das kein Grund zur Sorge, doch bei Betroffenen mit einer Insektengiftallergie kann ein Stich innerhalb von Minuten eine lebensbedrohliche allergische Reaktion auslösen. Das tragische: „Nur etwa drei Prozent der Deutschen mit einer Insektengiftallergie sind zurzeit ausreichend medizinisch versorgt“, sagt Prof. Dr. Bettina Wedi, Stellvertretende Klinikdirektorin und Leiterin der Allergologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Risikogruppen, die nicht ausreichend behandelt oder mit Notfallmedikamenten versorgt werden, setzen sich der Gefahr einer schweren anaphylaktischen Reaktion und deren möglichen Folgen aus.“
Wenn ein Stich zur ernsten Gefahr wird
Die häufigsten Symptome reichen von Hautausschlag, Juckreiz und Schwellungen bis hin zu Übelkeit, Atemnot oder Kreislaufzusammenbruch. „Wenn Beschwerden gleichzeitig an verschiedenen Organsystemen auftreten – etwa Hautreaktionen und Luftnot oder Blutdruckabfall – ist besondere Vorsicht geboten“, warnt Prof. Dr. Wedi. Dann handelt es sich möglicherweise um eine Anaphylaxie – und die ist unberechenbar.
Gefährdete Gruppen: Wer besonders aufpassen sollte
Grundsätzlich kann jeder Mensch, der mindestens einmal in seinem Leben von einer Wespe oder einer Biene gestochen wurde, auch eine Allergie entwickeln. Für bestimmte Personengruppen ist die Gefahr, dass eine allergische Reaktion heftiger und schwerer verläuft, größer als beim Durchschnitt. Dazu zählen Asthmatikerinnen und Asthmatiker, Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Personen, bei denen es bereits in der Vergangenheit zu allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich gekommen ist. „Diese Gruppen sollten sich unbedingt ärztlich, am besten von einer Allergologin/einem Allergologen, beraten lassen und über eine Allergie-Immuntherapie nachdenken“, empfiehlt Prof. Dr. Wedi.
Allergie-Immuntherapie für viele Betroffene empfehlenswert
Die Allergie-Immuntherapie – auch Hyposensibilisierung genannt – ist derzeit die einzige ursächliche Behandlung bei Insektengiftallergie. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt. In über 90 Prozent der Fälle lässt sich so ein wirksamer Schutz erzielen. „Die Allergie-Immuntherapie kann Leben retten – doch leider wissen noch zu wenig Betroffene davon. Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen über ihre Optionen Bescheid wissen.“
Was Betroffene jetzt tun sollten
Wer bereits eine allergische Reaktion nach einem Stich erlebt hat, sollte sich schnellstmöglich untersuchen lassen. Ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor kann im Ernstfall überlebenswichtig sein – eine Allergie-Immuntherapie bietet langfristigen Schutz. Ob eine Allergie vorliegt, kann die Ärztin bzw. der Arzt mithilfe eines Labor- und/oder Hauttests sicher bestimmen und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Informationen zur Insektengiftallergie oder einer Arztpraxis in der Nähe finden Interessierte auf der Webseite www.insektengiftallergie.de.
