Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist. Betroffene leiden unter starkem Juckreiz und Hautausschlägen. Oft tritt dies in Verbindung mit saisonbedingten Allergien auf. Wir klären auf und geben Tipps, wie Sie die Beschwerden lindern können.

Neurodermitis ganz allgemein

Neurodermitis ist eine nicht ansteckende, chronische Hauterkrankung. Sie äußert sich durch starken Juckreiz und Hautausschläge, die gerötet sind und nicht selten Blasen bilden und nässen. Etwa 20 % aller Säuglinge entwickeln schon eine Neurodermitis. Typische Erscheinungsstellen sind Wangen, Arme und Beine. In den meisten Fällen verschwindet sie, aber bei 5 % der Erwachsenen bleibt sie erhalten oder wird im seltenen Falle zwischenzeitlich erworben. Im Erwachsenenalter sind typische Erscheinungsstellen der Nacken, Armbeugen, Kniekehlen, Hände und Füße.

Die Ursachen

Wenn die obere Hautschicht ihre Schutzfunktion nicht richtig erfüllt, können andere Stoffe – auf die man dann allergisch reagiert – eindringen und weitere heftigere Entzündungen und Hautreaktionen auslösen. Die Ursachen für Neurodermitis können genetische Störungen sein, oder wenn beispielsweise die Hautflora ins Ungleichgewicht kommt. Dauerstress und psychische Faktoren begünstigen das zusätzlich.

Neurodermitis kommt in Schüben

Bei 40 % erscheint die Neurodermitis in allergischer Form. Sie ist dadurch stark saisonal geprägt und tritt daher oft nur auf, wenn der Betroffene zusätzlich unter Heuschnupfen oder allergischem Asthma leidet. Typische Allergene sind Hausstaubmilben, Pollen und Nahrungsmittel wie Nüsse etc.

Der Körper leitet eine Abwehrreaktion an der Haut ein und öffnet damit ungewollt die Pforten für weitere Allergene, worauf die Haut nochmals heftiger reagiert. Dazu können auch weitere ungewollte Reize kommen, die durch raue Textilien, Waschpulver, Zigarettenrauch, Hitze oder Kälte ausgelöst werden. Ein Teufelskreis.

Ein Schub kann aber auch durch Stress und Dauerbelastung verursacht werden.

Leidensdruck Neurodermitis

Die Ausprägung bei Neurodermitis ist sehr unterschiedlich. Manche leiden unter dauerhaften Symptomen, manche Symptome sind nur saisonal.

Einige Patienten haben nur einen leicht juckenden Ausschlag, andere sind von großflächigem und stark gerötetem Hautausschlag betroffen, der stark nässt und mit Mullbinden abgebunden werden muss. Da diese Stellen auch sichtbar sind – besonders im Sommer bei kurzer Kleidung – stören sich Betroffene an den sichtbaren Stellen und deren Ästhetik. Vielen ist das im Alltag unangenehm. In dieser Situation ist der Leidensdruck nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

Behandlung und Tipps

Es gibt für Neurodermitis viele Behandlungsmöglichkeiten. Eine Heilung ist nicht möglich, Neurodermitis ist dauerhaft. Jedoch können die Symptome in den meisten Fällen gut behandelt werden. Hier einige Behandlungsmethoden und Tipps:

  • Das Pflegen der Haut, am besten mit fettenden Seifen und Cremes, die die Haut vor Austrocknung bewahren.
  • Reizungen an der Haut verhindern, z. B. durch kratzende Wolle oder andere raue Textilien. Reduzierung oder gar Verzicht auf Deos und Parfüme. Benutzen Sie weniger Waschmittel bei Ihrer Wäsche, um Rückstände auf Kleidung und Haut zu vermeiden.
  • Zur kurzzeitigen Anwendung empfehlen sich Kortisonsalben, welche die Hautausschläge und Juckreize minimieren oder unterdrücken.
  • Sollte die Neurodermitis mit einer saisonalen Allergie einhergehen, sollten Sie über eine Immunisierung in Form einer sogenannten-  Hyposensibilisierung nachdenken.
  • Reduzieren Sie Stress. Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung.

 

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Autorenhinweis
Denis-Franz Heinrich; B.Sc.
Fachinformatiker und Medizininformatiker

Erschienen August | GESUND&VITAL RÄTSEL