Verleiden Ihnen eine verstopfte Nase, unangenehme Niesattacken oder juckende Augen den Frühlingsbeginn, gehören Sie vermutlich zur Gruppe der Pollenallergiker. Veränderte Umweltbedingungen lassen die Zahl der Betroffenen stetig steigen. Medikamente oder eine Desensibilisierung bringen Linderung. Was Sie darüber hinaus tun können, um gut durch die Pollensaison zu kommen, erfahren Sie im folgenden Artikel.
Alle Jahre wieder …
Die Nase ist verlegt, die Augen tränen, es juckt im Rachenbereich und lästige Niesattacken stellen sich ein – sobald der Pollenflug startet, haben es Allergiker nicht leicht. Schuld ist das Immunsystem, das die Blütenpollen von Bäumen, Sträuchern, Kräutern oder Gräsern fälschlicherweise als Feind einstuft und entsprechend darauf reagiert. Während den Betroffenen im Frühjahr hauptsächlich die Pollen von Bäumen wie Birke, Erle oder Hasel zu schaffen machen, sind im Spätfrühling und Sommer in der Regel Gräserpollen die Übeltäter. Im Herbst leiden Allergiker hingegen vorwiegend an den Pollen von Kräutern wie Beifuß oder Ragweed.
Der Klimawandel verlängert die Pollensaison
Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen. Das sorgt dafür, dass der Pollenflug mittlerweile nicht nur früher beginnt, sondern auch länger andauert. Darüber hinaus setzen Luftverschmutzung, Hitze und fehlender Niederschlag die Pflanzen unter Stress, sodass die allergieauslösenden Proteine aggressiver werden. Als Folge nimmt die Zahl der Pollenallergiker nicht nur stetig zu, Betroffene leiden zum Teil stärker und das ganze Jahr über an den unangenehmen Symptomen.
Bei einer vermuteten Pollenallergie ist eine ärztliche Abklärung unbedingt anzuraten. Unbehandelt droht auf lange Sicht nämlich ein sogenannter Etagenwechsel. Dabei wandert die Allergie von den oberen in die unteren Atemwege, was zu allergischem Asthma führen kann. Die Diagnosestellung erfolgt gemeinhin mithilfe eines Haut- beziehungsweise Bluttests. So werden beim Hauttest (Pricktest) Allergenextrakte aufgetragen (in der Regel am Arm oder Rücken) und mit einer feinen Nadel angestochen. Bei Reaktionen wie Juckreiz, Rötung und/oder Quaddelbildung kann man von einer Allergie ausgehen. Demgegenüber werden beim Bluttest spezifische Antikörper nachgewiesen.
Mit diesen Tipps kommen Sie gut durch die Pollensaison
Zur Behandlung einer Pollenallergie kommen in der Regel Antihistaminika sowie kortisonhaltige Nasensprays zum Einsatz. Diese lindern allerdings nur die Beschwerden. Die Ursache (überschießende Reaktion des Immunsystems) bleibt weiterhin bestehen. Um hier anzusetzen, braucht es eine Desensibilisierung, bei der das Immunsystem über mehrere Jahre langsam an das Allergen gewöhnt wird.
Löst der Pollenflug unangenehme Symptome aus, ist es darüber hinaus ratsam, sich so gut wie möglich davor zu schützen. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei, gut durch die Pollensaison zu kommen.
# 1: Behalten Sie den Überblick
Nutzen Sie den Service des Polleninformationsdienstes. So sind Sie stets gut informiert, wie es mit dem Pollenflug in Ihrer Wohnumgebung aussieht, und können rechtzeitig entsprechende Maßnahmen setzen.
# 2: Lüften Sie, aber richtig!
Lüften Sie am besten dann, wenn die Pollenkonzentration im Freien am niedrigsten ist. In ländlichen Gebieten ist das abends der Fall, in städtischen Gegenden morgens. Pollenschutzgitter an den Fenstern reduzieren die Allergenbelastung ebenso wie Luftreinigungsgeräte.
# 3: Eine Frage der Hygiene
Während der Allergiesaison sollten Sie das Duschen und Haarewaschen auf den Abend verlegen, denn so bleibt das Bett pollenfrei. Getragene Kleidung verstauen Sie am besten abseits von Wohn- und Schlafräumen, da sich dort jede Menge Pollen sammeln. Wischen Sie zudem Böden und Möbelstücke feucht und reinigen Sie auch Teppiche und Vorhänge regelmäßig. Die Wäsche sollte in der Pollensaison nicht im Freien getrocknet werden. Bedenken Sie, dass sich auch im Fell von Haustieren Pollen ansammeln, was eine gründliche Reinigung notwendig macht.
# 4: Ab nach draußen!
Ob Sport im Freien, Besorgungen oder ein Spaziergang – nach ausgiebigen Regengüssen können Allergiker in der Regel aufatmen. Natürlich ist es nicht immer möglich, sich nach dem Wetter zu richten. Ist die Pollenbelastung gerade sehr hoch und man muss nach draußen, hilft eine FFP2-Maske. Eine Sonnenbrille bietet ebenfalls guten Schutz.
# 5: Urlaubsfreuden
Urlaub von der Allergie? Für viele Betroffene klingt das verlockend. Wählen Sie am besten einen Urlaubsort in den Bergen oder am Meer, denn dort ist die Pollenbelastung besonders gering.
# 6: Spülen Sie die Pollen einfach fort
In der Pollensaison wirken regelmäßige Nasenduschen Wunder. Verwenden Sie dazu am besten eine isotonische Kochsalzlösung aus der Apotheke. Diese eignet sich ebenso für allergiegeplagte Augen. Bei juckenden Augen helfen außerdem Kompressen mit Augentrost. Dazu einfach zwei Teelöffel Augentrost mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Nicht zuletzt beruhigen Inhalationen mit Wasserdampf die Schleimhäute und halten sie feucht.
