Ernährungsforschen empfehlen, täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse zu essen. Dabei entspricht eine Portion der Menge, die der jeweilige Mensch in einer Hand halten kann.

Eine Vereinfachung dieser Empfehlung lautet, dass zwei dieser fünf Portionen durch ein Glas Obst- oder Gemüsesaft (ca.200ml) ersetzt werden können. Alle fünf Portionen als Saft zu genießen wäre nicht sinnvoll, weil dann die Ballaststoffaufnahme zu gering und die Vitaminaufnahme zu groß wäre. Die Ballaststoffe sind nämlich keineswegs unnützer Ballast. Sie sorgen für eine geregelte Verdauung und binden im Darm Giftstoffe und überschüssiges Cholesterin. Sie sind überwiegend in frischem Obst oder Gemüse enthalten. Beim Kochen geht der größte Teil von ihnen verloren.

Wenn man also im Laden vor dem Saftregal steht, stellt man fest, dass eigentlich auf allen Packungen sehr appetitliche Bilder von Früchten zu sehen sind, dass aber die Bezeichnungen des Inhalts unterschiedlich sind, z.B. Saft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk. Die Preise variieren zwar nur gering, der Qualitätsunterschied ist aber erheblich.

Nur diejenigen Verbraucher, die die trickreiche Sprache der Industrie verstehen, können auf Anhieb Qualität erkennen und minderwertige Produkte im Regal stehen lassen.

Saft enthält 100% Frucht. Es dürfen maximal 15 Gramm Zucker pro Liter zugesetzt werden. Direktsaft wird direkt nach der Pressung in die Flaschen gefüllt. Bei Saft aus Konzentrat wird das Wasser zunächst nach der Pressung entzogen, um den Transport zu erleichtern und dann wieder zugesetzt. Der Qualitätsverlust ist relativ gering.

Nektar besteht je nach Fruchtart aus 25-50% Frucht. Der Rest ist Wasser, Zucker, Farbstoffe und Aromastoffe.

Fruchtsaftgetränke haben bei Apfelsaft 30% und bei Zitrusfrüchten 5% Fruchtgehalt. Der Rest ist wiederum Wasser, Zucker, Farb- uns sonstige Zusatzstoffe.

Limonade enthält nur Fruchtaroma, Wasser und mindestens 7% Zucker. Nach oben ist der Zuckergehalt nicht begrenzt. In der Regel sind das mindestens 5 Esslöffel Zucker (100 g) pro Liter!

Durch den Zusatz von Zitronensäure (stammt nicht aus Zitronen, sondern wird chemisch hergestellt) nimmt man den vielen Zucker nicht wahr.

Wahrgenommen wird der Zucker allerdings von der Figur. 100 Gramm Zucker entsprechen 400 Kalorien.

Da kommt ganz schön was zusammen, wenn der Durst groß ist!!!

Getränke 

Neu ist die Getränkeflasche
In der Kindergartentasche,
Denn der Samu, das ist wahr,
Hat häufig Durst, das ist ganz klar.

Seine Mama kauft ihm Säfte.
Darin stecken viele Kräfte.
Fruchtgehalt hundert Prozent.
Gut, dass das die Mama kennt.

Würde sie ihm Nektar geben,
Läge sie total daneben.
Fruchtgehalt, nur halbe Kraft.
Da kauft sie doch lieber Saft.

Wenn ich es genau bedenke,
Gibt ‘s auch noch Fruchtsaftgetränke.
Fünf bis zehn Prozent Natur,
Wasser reichlich, Zucker pur.

Limonade kann hingegen
Null Prozent von Frucht belegen,
Nur Zucker und Aroma drin,
Wenn ich wirklich ehrlich bin.

Aus dem Buch:
„Heile, heile Segen, Natur kann viel bewegen –
Ein Lyrisches Handbuch der Naturheilkunde für Kinder“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-9821184-1-3
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 126, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
oder die Verfasserin:
porsche-rohrer.praxis@t-online.de