Die Herzmuskelentzündung – in der Fachsprache als Myokarditis bekannt – trifft Menschen eines jeden Alters und zeichnet sich durch recht unspezifische Symptome aus. Das macht die Diagnose der Erkrankung nicht immer einfach. Körperliche Schonung ist besonders wichtig, um die Infektion des Herzmuskelgewebes komplett auszuheilen. In wenigen Fällen ist eine umfassendere Therapie notwendig.

Was ist eine Herzmuskelentzündung?

Bei der Herzmuskelentzündung entzünden sich die Zellen im Muskelgewebe des Herzens. Zwar kann die Myokarditis unterschiedliche Ursachen haben, meist führen allerdings virale Infektionen zur Entzündung des Herzmuskels. Um einen chronischen Verlauf und schwerwiegende Folgeerkrankungen auszuschließen, ist Schonung angesagt. Dass man die Herzmuskelentzündung nicht immer sofort als solche erkennt, erschwert mitunter Behandlung und Genesung.   

Wie macht sich die Herzmuskelentzündung bemerkbar?

Die Myokarditis als solche zu erkennen, ist nicht immer einfach. Oftmals stellt sie sich in Folge eines viralen Infekts ein, wodurch Anzeichen fälschlicherweise der vorangegangenen Erkrankung zugerechnet werden. Zudem fällt die Symptomatik nicht selten unspezifisch aus oder es gibt sogar einen symptomlosen Verlauf. Gängige Anzeichen sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber. Manchmal stellen sich auch Symptome ein, die auf eine Herzschwäche hindeuten, da die Pumpleistung des Herzmuskels reduziert ist. Solche sind neben Kurzatmigkeit und Atemnot etwa Wassereinlagerungen. Im schlimmsten Fall kann es zu Herzrhythmusstörungen und plötzlichem Herztod kommen.

Symptome der Herzmuskelentzündung im Überblick:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder allgemeine Schwäche
  • geringe Belastbarkeit
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Schwindel
  • Engegefühl und Schmerzen im Bereich des Brustbeins
  • Herzklopfen
  • Kurzatmigkeit und Atemnot
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Herzstolpern/Herzrhythmusstörungen
  • Bewusstseinsverlust

Weshalb kommt es zur Herzmuskelentzündung?

Sehr häufig tritt die Myokarditis nach Infekten auf. Doch auch nicht infektiöse Ursachen sind bekannt. In einigen Fällen kann kein konkreter Auslöser für die Entzündung des Herzmuskels ausgemacht werden. Man spricht dann von einer idiopathischen Erkrankung.

Meist geht der Herzmuskelentzündung eine infektiöse Erkrankung voraus, wobei diese am häufigsten von Viren ausgelöst wird, seltener von Bakterien, und in sehr geringem Ausmaß von Pilzen oder Parasiten. So verursachen banale Magen-Darm-Infekte sowie Infektionen der Atemwege (Enteroviren, Adenoviren) die Myokarditis ebenso wie Herpes-, Hepatitis-C- oder SARS-CoV-2-Viren. Auch Bakterien wie Streptokokken, Pneumokokken oder Meningokokken können eine Entzündung des Herzmuskels auslösen. Über den Blutkreislauf gelangen die Erreger vom ursprünglichen Ort der Infektion zum Herzen, wodurch sich das Muskelgewebe entzündet.

Wenn auch seltener, kann eine Myokardie ebenso nicht infektiöse Gründe haben. So sorgen etwa Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis dafür, dass das Abwehrsystem überschießt und eine Infektion der Herzmuskelzellen auslöst. Auch eine Strahlentherapie beeinflusst das Immunsystem und kann Entzündungsprozesse im Herzmuskel zur Folge haben. Nicht zuletzt gelten auch Drogen oder andere schädliche Stoffe wie etwa Schwermetalle als Auslöser für die Erkrankung.

Wie wird die Herzmuskelentzündung diagnostiziert?

Die Beschreibung der Symptome kann zwar erste Hinweise zum Vorliegen einer Myokarditis liefern, allerdings braucht es weitere Untersuchungen, um die Diagnose stellen zu können. Solche sind neben einem Elektrokardiogramm (EKG) und einer Blutuntersuchung vor allem der Herzultraschall und die MRT-Untersuchung. So lassen sich beim Ultraschall beziehungsweise MRT Pumpleistung, Herzfunktion und etwaige Flüssigkeitsansammlungen beurteilen.

Wie wird die Myokardie behandelt?

Die Behandlung einer bestehenden Myokarditis basiert auf strikter Schonung, sodass sich der Herzmuskel vollständig regenerieren kann. Das bedeutet nicht nur den Verzicht auf Sport, auch sämtliche körperliche Anstrengung muss auf ein Mindestmaß reduziert werden. Wie lange das konkret notwendig ist, ist vom Schweregrad der Erkrankung abhängig. Als Faustregel gilt eine Zeitspanne von drei bis sechs Monaten.

Vor allem, wenn Patienten sich fit fühlen und kaum Beschwerden haben, braucht es dazu einiges an Selbstdisziplin. Diese ist aber unbedingt notwendig, denn eine unvollständig ausgeheilte Myokardie kann chronisch werden und in weiterer Folge zur Herzschwäche führen. Deshalb ist es auch nach der Genesung wichtig, dem Körper ausreichend Zeit zu geben und ihn nur langsam – am besten Schritt für Schritt – wieder an eine normale Belastung heranzuführen.

Liegen schwerere Verläufe vor, die mit einer Beeinträchtigung der Herzleistung einhergehen, kann eine medikamentöse Therapie zur Behandlung von Herzinsuffizienz eingeleitet werden. Auch entzündungshemmende Mittel oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, können zum Einsatz kommen. Lässt sich die Myokardie auf eine bakterielle Erkrankung zurückführen, kann die Gabe von Antibiotika sinnvoll sein.

Bei entsprechender körperlicher Schonung und medikamentöser Therapie ist die Prognose der Herzmuskelentzündung übrigens sehr gut. In den meisten Fällen heilt sie ohne Komplikationen und Folgeschäden aus.

Wie lässt sich einer Herzmuskelentzündung vorbeugen?

Ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper trägt maßgeblich dazu bei, einer Herzmuskelentzündung vorzubeugen. So ist es wichtig, Infekte vollständig auszuheilen und sich die Ruhe zu gönnen, die es zum Gesundwerden braucht. Bei Fieber gilt es zudem unbedingt, körperliche Anstrengung zu vermeiden.