Ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang deuten auf eine akute Blasenentzündung
hin. Frauen sind ungleich häufiger betroffen. Woran man eine Infektion der ableitenden Harnwege
erkennt, was sie verursacht und wie Sie ihr am besten zu Leibe rücken, erfahren Sie im folgenden Artikel.
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Wie macht sich eine Blasenentzündung bemerkbar?
Eine Blasenentzündung macht mit unterschiedlichen Symptomen auf sich aufmerksam. Viele Frauen wissen die Anzeichen
richtig zu deuten, denn immerhin leidet jede zehnte Frau zumindest einmal im Jahr an der unangenehmen Erkrankung.
Bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt, in der Fachsprache Zystitis genannt, sind Harnblase und Harnröhre betroffen. Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bestehen nicht. Zwar machen sich erste Symptome häufig schleichend bemerkbar, im weiteren Verlauf werden die Beschwerden der Blasenentzündung allerdings rasch stärker.
Typische Anzeichen des banalen Harnwegsinfekts sind:
• verstärkter Harndrang,
• brennendes Gefühl und Schmerzen
beim Wasserlassen,
• krampfartige Schmerzen im Unterleib,
• leichtes Ziehen im unteren Rücken,
• trüber, unangenehm riechender Urin,
• eventuell Blutbeimengungen, wenn
die Erkrankung bereits fortgeschritten ist.
Was verursacht einen Harnwegsinfekt?
Bei einem Harnwegsinfekt sind meist Bakterien im Spiel, seltener Viren oder Pilze. Üblicherweise gelangen diese von außen in die Harnröhre, steigen in die Harnblase auf und infizieren dort die Schleimhaut der Blasenwand. Da die weibliche Harnröhre mit nur vier Zentimetern etwa fünfmal kürzer als die männliche ist, sind zumeist Frauen betroffen. Die anatomische Nähe zum After begünstigt die Erkrankung zusätzlich. So ist es kein Zufall, dass Harnwegsinfekte am häufigsten durch Escherichia-coli- Bakterien ausgelöst werden, wie sie in der Darmflora vorkommen. Klassische Risikofaktoren für eine Infektion der Harnwege sind zudem häufiger Geschlechtsverkehr, Hormonumstellungen während der Schwangerschaft oder
der Wechseljahre, Vorerkrankungen wie Diabetes, ein geschwächtes Immunsystem sowie anatomische Veränderungen
im Bereich des Harntrakts. Auch ein Dauerkatheter kann eine Blasenentzündung auslösen. Nicht zuletzt gelten Nierensteine
oder eine vergrößerte Prostata beim Mann als Risikofaktoren.
Wie wird die Blasenentzündung behandelt?
Bei einer akuten Blasenentzündung ist ein Antibiotikum häufig das Mittel der Wahl, schafft es doch rasch Abhilfe. Nicht immer ist die Einnahme allerdings notwendig. In etwa der Hälfte aller Fälle heilt der Harnwegsinfekt binnen einer Woche von alleine aus, sofern sich die Betroffenen schonen und bestimmte Maßnahmen ergreifen. Reichen altbewährte SOS-Tipps nicht aus, ist eine ärztliche Abklärung dringend anzuraten. Das ist auch dann sinnvoll, wenn ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht beziehungsweise Fieber, Übelkeit und Erbrechen oder Schmerzen im Bereich der Nieren auftreten. Auch wiederkehrende Blasenentzündungen sollten ärztlich abgeklärt werden.
