Diabetes Typ 2 ist weltweit auf dem Vormarsch. Um langfristige gesundheitliche Schäden zu vermeiden, ist es wichtig, dass der erhöhte Blutzuckerspiegel wieder ins Lot kommt. Blutzuckersenkende Medikamente oder gar spezielle Diät-Llebensmittel sind dazu meist nicht notwendig. Die Basisbehandlung stellt vielmehr eine Umstellung der Lebensgewohnheiten – allen voran der Ernährung – dar. Mehr zum Thema erfahren Sie im folgenden Artikel.

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Was ist Diabetes Typ 2?

Diabetes Typ 2 wird von einer Kombination aus genetischen Faktoren und Lebensstilfaktoren verursacht. Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Insulinspiegel gekennzeichnet ist. Grund dafür ist die Unempfindlichkeit verschiedener Körperzellen gegenüber Insulin (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse versucht dies mit einer verstärkten Insulinproduktion auszugleichen, weshalb der Blutzuckerspiegel ansteigt. Dass Diabetes Typ 2 im Volksmund gerne Altersdiabetes genannt wird, ist irreführend. Längst betrifft die Stoffwechselerkrankung nicht mehr nur vorwiegend ältere Menschen. Im Gegenteil, ungesunde Lebensgewohnheiten führen dazu, dass immer mehr junge Menschen betroffen sind.

Bleibt der Typ-2-Diabetes unbehandelt, kommt es irgendwann zur Überlastung der Bauchspeicheldrüse und die Insulinproduktion gerät ins Stocken. Im schlimmsten Fall stellt sich ein Insulinmangel ein, der mit Injektionen kompensiert werden muss. Damit das nicht passiert, ist es ratsam, beeinflussbare Risikofaktoren möglichst frühzeitig zu minimieren. Neben dem Rauchen sind solche vor allem Übergewicht, eine einseitige Ernährungsweise sowie Bewegungsmangel. Die Basistherapie bei Diabetes Typ 2 stellt eine Ernährungsumstellung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung dar. Oftmals reicht das aus, um den Blutzuckerspiegel dauerhaft zu senken.

Wie beeinflusst die Ernährung Diabetes Typ 2?

Diabetes Typ 2 entsteht schleichend und wird häufig erst spät erkannt. Bleibt er unbehandelt, können sich mit der Zeit unspezifische Symptome wie Energielosigkeit, vermehrte Infekte oder Schwindel einstellen. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäßerkrankungen oder Schädigungen an den Augen. Umso wichtiger ist es, die Ernährung bei bestehendem Typ-2-Diabetes möglichst zügig umzustellen. 

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, nimmt nämlich Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel. Kohlenhydrate wie Zucker oder Stärke lassen ihn ansteigen. Verschiedene Lebensmittel wirken dabei unterschiedlich. So schnellt der Blutzuckerspiegel bei kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie gesüßten Speisen und Getränken oder stark verarbeiteten Produkten förmlich in die Höhe, um bald danach wieder abzufallen – Schwankungen sind so vorprogrammiert. Unverarbeitete und ballaststoffreiche Nahrungsmittel lassen ihn hingegen moderat ansteigen und halten ihn stabil.

Es ist aber nicht nur relevant, was wir essen, sondern auch, wie viel davon und in welchem Abstand. Eine strenge Diät ist bei Diabetes Typ 2 oder einem Prädiabetes nicht notwendig. Der Fokus sollte vielmehr auf einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährungsweise liegen. Dem Genuss muss man dabei nicht entsagen, denn selbst auferlegte Verbote erhöhen nur das Risiko für Heißhungerattacken. Achtet man im Alltag auf eine gesunde Ernährung, darf man sich zwischendurch ruhig auch einmal die eine oder andere Köstlichkeit gönnen.

Vier Ernährungstipps bei Typ-2-Diabetes

Die richtige Ernährungsweise trägt also dazu bei, den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten. Wie das am besten funktioniert, verraten wir Ihnen in den folgenden Zeilen:

  1. Fertiggerichte, stark verarbeitete Getreideprodukte und Nahrungsmittel mit Zuckerzusätzen sind möglichst zu vermeiden. Setzen Sie stattdessen auf eine abwechslungsreiche Mischkost aus frischen Lebensmitteln, viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, fettarmem Fleisch und Milchprodukten sowie pflanzlichen Fetten und frischen Kräutern. Auch eine schonende Zubereitungsart der Speisen hat positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.
  2. Achtsames Essen kommt in unserem hektischen Alltag leider oft zu kurz. Dabei trägt es dazu bei, dass der Blutzuckerspiegel konstant bleibt. Lassen Sie sich also beim Essen ruhig Zeit, kauen Sie mit Bedacht und verzichten Sie auf Ablenkungen.
  3. Häufiges Snacken lässt den Blutzuckerspiegel schwanken. Halten Sie sich also am besten an regelmäßige Essenszeiten. Knurrt zwischendurch der Magen, sind Nüsse oder Gemüsesticks als Zwischenmahlzeit empfehlenswert.
  4. Achten Sie auf eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßtem Tee. Bei übermäßigem Alkoholgenuss ist zudem Vorsicht geboten, da sich dieser negativ auf den Blutzuckerspiegel auswirken kann.

So beugen Sie Diabetes außerdem vor

Neben der Ernährungsumstellung ist es wichtig, bestehendes Übergewicht langfristig abzubauen, was automatisch auch die Insulinresistenz verbessert. Regelmäßige Bewegung beugt Diabetes Typ 2 ebenfalls vor. Gut geeignet sind moderate Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Walken. Darüber hinaus lässt sich Bewegung gut in den Alltag einbauen, indem man kürzere Strecken mit dem Fahrrad absolviert oder statt des Lifts die Treppen benutzt. Auf Nikotin sollte man nach Möglichkeit verzichten, da das Rauchen einen großen Risikofaktor darstellt. Nicht zuletzt beeinflussen Stress und Schlafmangel den Blutzuckerspiegel negativ. Entspannungstechniken und eine gute Schlafhygiene wirken sich also ebenfalls günstig aus.