Seit Jahrtausenden haben Erbsen, Bohnen und Linsen einen sehr großen Wert für die Ernährung der Menschen, weil sie viel Eiweiß und Mineralstoffe enthalten und sehr gut lagerfähig sind. Leider kommen sie nur noch selten auf den Tisch.
Schon die alten Ägypter schrieben den Hülsenfrüchten verschiedene Heilwirkungen zu. Im späten Mittelalter behandelte man Wunden und Hautentzündungen mit Umschlägen aus Erbsenmehl. Nach der indischen Ayurveda-Medizin sollen Erbsen sogar die Knochen festigen.
Heute wissen wir, dass die Hülsenfrüchte eine Fülle von Heil- und Schutzstoffen enthalten. Diese stehen im Fokus der Krebsforschung. Als gesichert gilt auch, dass sie den Übergang von Cholesterin aus der Nahrung in das Blut verhindern.
Darüber hinaus fangen sie sogenannte primäre Gallensäuren ab und sorgen dafür, dass diese ausgeschieden werden. Die Gallensäuren sind deshalb so bedeutsam, weil sie in der Leber aus Cholesterin gebildet werden. Normalerweise werden die Gallesäuren, nachdem sie ihre Aufgabe bei der Fettverdauung erfüllt haben, wieder vom Darm aufgenommen, zur Gallenblase zurücktransportiert und erneut verwendet. Wenn sich aber die Inhaltsstoffe aus den Hülsenfrüchten an die Gallensäuren binden, dann werden diese mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Leberzellen müssen folglich neue Gallensäuren produzieren. Als Baustoff holen sie sich dafür Cholesterin aus dem Blut. Die Folge ist, dass der Cholesterinspiegel sinkt.
Die Angst vor Blähungen nach dem Genuss von Hülsenfrüchten ist unbegründet, wenn man einige Tricks beachtet: Nach dem Garen salzen, Kümmel, Fenchel, Kreuzkümmel, Ingwer oder Koriander als Gewürze zugeben, ungeschälte Produkte über Nacht in Wasser einweichen. Geschälte Erbsen oder rote Linsen sind schnell gar und verursachen deutlich weniger Gase im Darm.
Und falls man doch etwas empfindlich reagieren sollte – sehen wir es gelassen. Schon Heinz Erhard schreibt in seinem Gedicht über die Hülsenfrüchte: „…Warum soll man nicht auch mal ein Blähboy sein?“
Hülsenfrüchte
Die Hülsenfrüchte
Vernahmen Gerüchte,
Dass mancher sich schäme,
Wenn er sie zu sich nähme,
Denn die Luft im Gedärm
Mache manchmal Lärm.
Erbsen, Bohnen und Linsen
Konnten da nur grinsen,
Denn ihnen war klar,
Wie töricht das war.
Etwas Ingwer dazu
Entblähte im Nu.
Erbsen, Linsen und Bohnen
Wollten dringend betonen,
Sie recht häufig zu essen,
Ließ‘ den Doktor vergessen,
Denn das Cholesterin
Schwinde dahin.
Bestes Eiweiß pur
Für die straffe Figur,
Und der Darm außerdem
Entleert sich bequem.
Wer all das ignoriert,
Der hat gar nichts kapiert!
Aus dem Buch:
„Gute Gerüche aus der Naturheilküche“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-00-038278-9
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 134, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
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porsche-rohrer.praxis@t-online.de

