Mit den Temperaturen fällt in den Herbst- und Wintermonaten häufig auch die Stimmung ins Bodenlose. Der Grat zwischen Herbstblues und ausgewachsener Winterdepression ist ein schmaler. Symptome wie Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und ein starkes Schlafbedürfnis sollten uns aufmerken lassen. Zum Glück sind saisonal bedingte Depressionen nicht nur gut behandelbar, man kann ihnen auch vorbeugen. Mehr zum Thema erfahren Sie infolgend diesem Beitrag.
Was versteht man unter einer Winterdepression?
Die Winterdepression gehört zu den saisonal auftretenden Störungen des Gefühlslebens (SAD = „seasonal affective disorder“ beziehungsweise „saisonal abhängige Depression“) und ist damit eine ernst zu nehmende Erkrankung. In der Regel zeigt sie sich in den Herbst- und Wintermonaten. Symptome machen sich ab September bemerkbar und klingen zu Beginn des Frühjahres wieder ab. Manchmal treten saisonale Depressionen aber auch in anderen Jahreszeiten auf.
Eine Winterdepression ist weniger stark ausgeprägt als andere depressive Erkrankungen und macht mit einer Kombination von typischen und atypischen Depressionssymptomen auf sich aufmerksam. Man geht davon aus, dass deutschlandweit etwa 10 bis 20 % aller Erwachsenen mit einer milden Form der SAD zu kämpfen haben. Etwa fünf Prozent erkranken schwer. Kinder und Jugendliche können ebenfalls betroffen sein. In nördlichen Ländern sind saisonal abhängige Depressionen zudem verbreiteter als im Süden.
Vor allem die veränderten Lichtverhältnisse gelten als Auslöser der Winterdepression. Das fehlende Sonnenlicht führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Schlafhormons Serotonin und drosselt die Produktion des Glückshormons Serotonin. Darüber hinaus kann sich ein Vitamin-D-Mangel negativ auswirken. Auch die genetische Veranlagung sowie übermäßiger Stress gelten als Risikofaktoren.
Herbstblues oder doch schon eine Depression?
Werden die Tage kürzer, macht sich bei so manchem der Herbstblues breit. Um eine Winterdepression handelt es sich bei mäßig getrübter Stimmungslage allerdings nicht. Dazu müssen die Beschwerden stärker ausfallen, sich über zwei Jahre entsprechend saisonal zeigen und im Frühjahr wieder vollständig abklingen. Allerdings ist der Grat zwischen Herbstblues und leichter Winterdepression durchaus ein schmaler.
Wie erkennt man eine Winterdepression?
Ein Großteil der Anzeichen einer Winterdepression ähnelt jenen einer klassischen Depression, fällt jedoch leichter aus. Darüber hinaus treten atypische Symptome wie ein erhöhtes Schlafbedürfnis, vermehrter Appetit, Heißhungerattacken sowie Gewichtszunahme auf.
Symptome der Winterdepression im Überblick:
- Müdigkeit und erhöhtes Schlafbedürfnis
- Antriebslosigkeit und Verlust von Interessen
- Traurigkeit, depressive Verstimmung und Verzweiflung
- Gereiztheit, Aggression
- Ängste
- Gleichgültigkeit, Vernachlässigung von Sozialkontakten und Isolation
- Konzentrationsstörungen
- Kopfschmerzen und Migräne
- Magen-Darm-Probleme
- Vermehrter Appetit, Heißhungerattacken und Gewichtszunahme
Wie lässt sich eine Winterdepression behandeln?
Je nach Ausprägung der Winterdepression stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Da die saisonal abhängige Depression in der Regel mit veränderten Lichtverhältnissen einhergeht, ist eine Lichttherapie Mittel der Wahl. Hierbei greift man auf eine Tageslichtlampe zurück, die das fehlende Licht ausgleicht und so den Hormonhaushalt reguliert. Bei täglicher Anwendung stellt sich häufig schon nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung ein. Die Lichttherapie lässt sich auch vorbeugend anwenden. Bei schweren Verläufen können die kurzzeitige Einnahme eines Antidepressivums und/oder eine Psychotherapie notwendig werden.
Die besten Tipps gegen trübe Stimmung
Ob Herbstblues oder Winterdepression – gegen eine trübe Stimmung kann man vorbeugen. Die besten Tipps haben wir für Sie zusammengestellt:
# 1: Setzen Sie auf Licht und Bewegung
Natürliches Tageslicht wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus. Es hemmt nicht nur die Produktion des Schlafhormons Melatonin, sondern kurbelt zudem die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin an. Regelmäßige Bewegung verstärkt diesen Effekt noch. Also ab nach draußen und eine Extraportion Sonne tanken! Ob Sie Rad fahren, wandern oder einen gemütlichen Spaziergang unternehmen – selbst an bedeckten Tagen reicht das Licht aus, um trübe Stimmung zu vertreiben.
# 2: Bringen Sie Vielfalt auf den Tisch
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten wirkt stabilisierend auf die Psyche. Zudem gibt es zahlreiche Lebensmittel, die die Bildung von Serotonin anregen. Neben Käse, Eiern, Fisch, Hülsenfrüchten oder Nüssen sind dies etwa Bananen, Pflaumen oder dunkle Schokolade.
# 3: Bleiben Sie im Rhythmus
Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus und kann Herbstblues und Winterdepressionen vorbeugen. Setzen Sie also auf feste Schlafenszeiten, die Sie nach Ihrem Biorhythmus ausrichten. Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass viele Menschen im Winter etwas mehr Schlaf brauchen.
# 4: Entspannen Sie sich
Um Stress abzubauen und für gute Stimmung zu sorgen, braucht es Entspannung. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit für die Dinge, die Ihnen Freude bereiten. Auch konkrete Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen.
# 5: Pflegen Sie Ihre Kontakte
Regelmäßiger Kontakt mit Familie, Freunden und Bekannten sorgt nicht nur für Abwechslung und gute Laune, sondern beugt zudem Rückzugstendenzen vor.
