Viele Menschen haben den festen Vorsatz, sich in der sonnenarmen Zeit und bei kaltem Wetter schlecht zu fühlen, und das gelingt ihnen auch ganz meisterhaft. Sie fangen beim ersten herbstlichen Windchen zu klagen und auch bald zu husten an.
Es ist gewiss einen Versuch wert, es mit dem Gegenteil zu versuchen, nämlich täglich mit wetterfester Kleidung an die frische Luft zu gehen und sich dabei vital zu fühlen. Das ist nützlich für Herz und Kreislauf, gibt guten Appetit und lässt uns entspannt schlafen. Die UV-Strahlung, die auch bei stark bedecktem Himmel im Freien um ein Vielfaches stärker ist als in geschlossenen Räumen, fördert die Bildung von Glückshormonen und hebt die Stimmung. Sinnvoll ist es auch, reichlich zu trinken, um die Abwehrleistung der Schleimhäute zu verbessern.
Nur keine Langeweile aufkommen lassen! Es ist aufbauend und dem Seelenleben förderlich, ein Hobby zu pflegen, sei es allein oder in der Gruppe, wobei die Gruppe auch ein wichtiges Mittel gegen Einsamkeit ist. Man kann z.B. gemeinsam singen, Karten spielen, häkeln oder stricken und die Endprodukte (Topflappen, Mützen, Socken, Babyschuhe…) als Weihnachtsgeschenke verwenden oder einem Wohltätigkeitsbazar spenden. Schön und motivierend ist es auch, im Freundeskreis reihum seine Lieblingsbücher vorzustellen und auch die Lieblingsbücher der anderen zu lesen. Kleine Einladungen zum Kaffee oder zum Essen haben hohen Unterhaltungswert und motivieren zu Kreativität.
Denken wir auch ab und zu an den französischen Apotheker Emile Coue, der im 19. Jahrhundert lebte. Er ließ seine leidenden Patienten täglich möglichst oft sagen: „Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser!“ Die Heilerfolge waren mehr als erstaunlich.
Heiterkeit im Herbst
Herbstsonne macht die Seele heiter,
Wenn auch der Sommer uns verließ.
Der Jahreskreis läuft immer weiter.
Mein Garten ist mein Paradies.
Zufriedenheit ist eine Wonne.
Mir geht es gut, ich bin vergnügt.
Spät ist das Jahr, es scheint die Sonne.
Der Bauer hat sein Feld gepflügt.
Statt Badeschläppchen Regenschuhe,
So hat der Herbst auch seinen Preis.
Die frühe Dunkelheit bringt Ruhe,
Wohl dem, der das zu schätzen weiß.
Statt Eis am Stiel gibt ’s Mandarinen,
Statt Grillfest gibt es Kerzenlicht.
So soll der Herbst der Ruhe dienen,
Fühlst du den Sinn, verdrießt ’s dich nicht.
Aus dem Buch:
„Sebastian Kneipp heilt Seele und Leib –
Ein lyrisches Handbuch der Kneippschen Lehre“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-00-051380-0
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 131, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
oder die Verfasserin:
porsche-rohrer.praxis@t-online.de
