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Marianne Porsche-Rohrer Apothekerin, Heilpraktikerin und Autorin

Als Beigabe zu Tafelspitz oder geräuchertem Fisch kennt ihn fast jeder. Wirkliche Meerrettich-Anhänger wissen aber auch, dass diese Wurzel ein ausgesprochen altes und hochwertiges Arzneimittel ist, das unter den wissenschaftlich anerkannten Naturheilmitteln einen hohen Stellenwert besitzt.
Als Hauptinhaltsstoffe findet man darin Senfölglycoside, also scharf schmeckende und intensiv riechende Stoffe, mit einem breiten Wirkungsspektrum gegen Bakterien, Viren und Pilze, zudem reichlich Vitamin C. Bereits 10-20 g geriebener Meerrettich pro Tag liefern therapeutisch wirksame Mengen der antimikrobiell aktiven Stoffe. Man bezeichnet sie wegen ihrer vielseitigen Wirksamkeit auch als „Breitbandantibiotika“.
Diese umfassenden Anwendungsmöglichkeiten gibt es nur im Pflanzenreich. Chemische Antibiotika, z.B. Penicillin, wirken nur gegen bakterielle Infektionen. Bei schweren viralen Infektionen müssten große Mengen der Meerrettich- Inhaltsstoffe geschluckt werden, die wegen der Schärfe über Lebensmittel nur schwer zu erreichen sind. Bei leichten beginnenden Infekten ist jedoch mit „genießbaren“ Dosierungen sehr viel zu erreichen.
Die fettlöslichen Senföle werden im Dünndarm aufgenommen und zum großen Teil unverändert über Harn- und Atemwege ausgeschieden. Deshalb wirken sie bei Entzündungen der Blase und der Atemwege gleichermaßen, weil es sich ja bei beiden Bereichen um Schleimhäute handelt.
Eine sehr effektive Kombination ergibt sich bei der Mischung mit Kapuzinerkresse. Dieses Naturheilmittel gibt es sogar als Dragees in der Apotheke. Es erspart das „tränenreiche“ Reiben des Krens.
Man kann aber auch frischen Meerrettich reiben, mit der gleichen Menge Honig vermischen und davon 2-3 x täglich einen Esslöffel voll einnehmen. Beim Reiben fließen zwar ein paar Tränen, aber die Inhalationswirkung ist auch schon von hohem Nutzen.
Die zuletzt genannte Wirkung nutzte man auch zu Großmutters Zeiten bei der Herstellung eines „Krenhalskettchens“. Man fädelte Scheibchen der Meerrettichwurzel auf und legte diese „Kette“ um den Hals – eine wirksame Inhalation, nicht nur für Kinder.
Bei sehr empfindlichen Patienten sollte man vorher die Hautverträglichkeit testen!

Meerrettich
(in Österreich Kren)

Dicke Tränen auf den Wangen,
So kann man den Heiner seh`n.
Er lacht laut und unbefangen.
Was ist wohl mit ihm gescheh`n?

Wiener Würstchen isst der Heiner,
Dazu ganz viel frischen Kren.
So wie er schafft es sonst keiner.
Ihm ist Scharfes angenehm.

Wenn auch manchmal Tränen fließen,
Für den Heiner ist es toll,
Frischen Kren so zu genießen.
Früher war er sorgenvoll.

Die Infekte in der Nase
Plagten Ihn ganz unentwegt.
Auch Entzündungen der Blase
Haben ihn oft flachgelegt.

Ganz viel Kren heilte das Ganze.
Diese Wirkung, diese Kraft,
Ja, die Schärfe dieser Pflanze
Hat ein Wunder fast geschafft.

Aus dem Buch:
„Mit Hildegard von Bingen kann Gesundheit gelingen –
Ein Lyrisches Handbuch der Hildegard-Medizin“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-9821184-0-6
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 134, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
oder die Verfasserin:
porsche-rohrer.praxis@t-online.de