Kirschen führen in Kombination mit Wasser zu Bauchschmerzen, während Karotten die Sehkraft verbessern und Spinat groß und stark macht – Ernährungsirrtümer halten sich oft hartnäckig. Das ist kein Wunder, werden sie doch gerne von Generation zu Generation weitergegeben. Im folgenden Artikel gehen wir fünf großen Ernährungsirrtümern auf den Grund und decken auf, weshalb es sich dabei um Mythen handelt.

Die größten Ernährungsmythen im Überblick

Ernährungsmythen werden häufig unreflektiert übernommen. Das ist schade, denn nicht selten wirken sie sich nachteilig auf unseren Speiseplan aus. Grund genug, sie näher zu beleuchten und gegebenenfalls richtigzustellen.

# 1: Spätabendliches Essen macht dick

Dass sich spätabendliches Schlemmen postwendend auf die Hüften legt, haben viele von uns verinnerlicht. So mancher nimmt die letzte Mahlzeit daher konsequent vor 18 Uhr ein. Tatsächlich notwendig ist das jedoch nicht, wie die Faktenlage zeigt. Nicht der Zeitpunkt der Kalorienzufuhr ist entscheidend, sondern die Gesamtzufuhr über den Tag verteilt. Isst man mehr, als man verbrennt, nimmt man zu – und das unabhängig vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Im Sinne des Stoffwechsels und der Schlafqualität ist es dennoch ratsam, dass die letzte Mahlzeit des Tages nicht zu deftig ausfällt.

# 2: Kaffee entzieht dem Körper Flüssigkeit

Da Kaffee harntreibend wirkt, hält sich das Gerücht hartnäckig, dass er dem Körper Flüssigkeit entzieht. Dabei ist das längst widerlegt. So nimmt der Konsum des Genussmittels auf unseren Wasserhaushalt kaum Einfluss, weshalb er auch nicht ausgeglichen werden muss.

# 3: Fett ist ungesund

Fett ist besser als sein Ruf. Mag es auch kalorienreich sein, versorgt es den Körper mit der Energie, die wir brauchen. Etwa 30 % unserer täglichen Energiezufuhr sollte daher aus Fetten bestehen. Die Qualität ist hier allerdings entscheidend. Gesättigte Fettsäuren, wie sie in tierischen Lebensmitteln vorkommen, konsumiert man besser in Maßen, da sie sonst den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben. Das wirkt sich bekanntermaßen nachteilig auf das Herz-Kreislauf-System aus. Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren bereichern den Speiseplan hingegen nachhaltig. Solche finden sich etwa in pflanzlichen Ölen, Samen, Nüssen oder fetten Fischarten wie Hering oder Lachs.

# 4: „Bier auf Wein, das lass sein!“

Wer die alte Volksweisheit: „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir.“ beherzigt, um einem Kater zu entgehen, macht das völlig umsonst. Tatsächlich hat die Reihenfolge des Alkoholkonsums keinerlei Auswirkung auf das Wohlbefinden am nächsten Tag.

# 5: Kartoffeln sind Dickmacher

Ihren schlechten Ruf als Dickmacher hat die Kartoffel völlig zu Unrecht. Tatsächlich ist sie aufgrund ihres hohen Wassergehalts relativ kalorienarm und zudem ausgesprochen vitaminreich. Erst eine ungünstige Zubereitungsweise mit viel Fett – etwa das Frittieren der beliebten Knolle – lässt den Kaloriengehalt in die Höhe schnellen. In diesem Sinne setzt man am besten auf gesunde Klassiker wie Pellkartoffeln mit Kräuterquark.