Das Smartphone ist als Alltagsbegleiter nicht mehr wegzudenken. Der Grat zwischen exzessiver Nutzung und einem Suchtverhalten ist jedoch schmal. Wie erkennt man, wann die Nutzung des Smartphones aus dem Ruder läuft und was kann man dagegen tun?
Was versteht man unter Handysucht?
Soziale Netzwerke, Gaming-Plattformen oder Streaming-Dienste – das Smartphone bietet zahlreiche Möglichkeiten für kurzweilige Unterhaltung. Immer mehr Menschen verlieren jedoch die Kontrolle über ihr Nutzungsverhalten und geben dem Drang nach, online zu sein. Auch wenn die Handysucht als eigenständiges Krankheitsbild bisher (noch) nicht existiert, lässt sich die problematische Smartphone-Nutzung als Alltagsphänomen nicht wegdiskutieren.
Wie merkt man, dass man süchtig nach dem Handy ist?
Der Grat zwischen intensiver Nutzung des Handys und einem Suchtverhalten ist schmal. In der Regel läuft der Umgang mit dem Smartphone schleichend aus dem Ruder. Sich den Kontrollverlust einzugestehen, ist nicht einfach. Einige Faktoren können jedoch Hinweise auf eine Handysucht liefern:
- Die Nutzungsdauer des Smartphones lässt sich aus eigenem Antrieb nicht mehr reduzieren.
- Es fällt schwer, Offlinezeiten einzuhalten.
- Zugunsten des Smartphones werden Freizeitaktivitäten und Sozialkontakte vernachlässigt.
- Man verheimlicht das tatsächliche Ausmaß der Handynutzung.
- Steht das Smartphone nicht zur Verfügung, stellt sich Unwohlsein ein.
- Man verwendet das Handy in unangemessenen Situationen.
- Alltagspflichten werden zunehmend vernachlässigt.
- Man nimmt Konsequenzen, die sich durch die exzessive Handynutzung ergeben, in Kauf.
Wie wirkt sich die übermäßige Nutzung des Smartphones aus?
Gerät die Nutzung des Smartphones außer Kontrolle, kann das negative Folgen nach sich ziehen. Nicht nur stellen sich oftmals Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen oder Kopfschmerzen ein, auch Fehlsichtigkeit oder Haltungsschäden drohen. Mitunter werden sogar Ernährung und Körperpflege vernachlässigt. Es kommt zu vermehrtem Rückzug bis hin zur Isolation, was Depressionen oder Ängste hervorrufen oder verstärken kann. Nicht zuletzt vernachlässigen Betroffene Alltagspflichten, wodurch sich Konsequenzen im Berufs- und Familienleben ergeben.
Wie wirkt man einer Handysucht entgegen?
Machen sich negative Auswirkungen bemerkbar, ist es höchste Zeit, etwas gegen die exzessive Handynutzung zu unternehmen. Mit einfachen Maßnahmen und etwas Durchhaltevermögen kann man wieder eine gesunde Balance zwischen Online- und Offlinezeiten finden. Gelingt das nicht auf eigene Faust, ist professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie ratsam.
Vier Tipps gegen die Smartphone-Sucht:
- Das Handy muss nicht überall mit von der Partie sein. Getreu dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ darf man im Bett, beim Essen oder beim Treffen mit Freunden ruhig darauf verzichten. So stellen sich rasch Routinen ein.
- Push-up-Nachrichten und Töne lenken unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf das Smartphone. Stellen Sie diese also besser aus.
- Lassen Sie sich beim Beantworten von E-Mails und Nachrichten ruhig Zeit.
- Altbewährtes wie Armbanduhren, Wecker, Kalender in Papierform oder Digitalkameras helfen dabei, die Abhängigkeit vom Handy zu reduzieren.
