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Marianne Porsche-Rohrer Apothekerin, Heilpraktikerin und Autorin

Was wäre die italienische Küche ohne Thymian? Weder Pasta noch Pizza hätten ihren charakteristischen Geschmack. Auch im Kräutergarten und im Blumentopf ist das unscheinbare aber gehaltvolle Pflänzchen sehr beliebt. Wer glaubt, dass es nur Geschmack und Aussehen sind, die den Thymian interessant machen, der irrt. Thymian ist nämlich eine der wichtigsten Arzneipflanzen, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Sein Hauptinhaltsstoff, das ätherische Öl, ist verantwortlich für die hervorragende schleimlösende, antientzündliche und Hustenreiz stillende Wirkung. Es sind ganz verschiedene Zubereitungsformen möglich:
Wer einen Teelöffel voll Thymiankraut mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießt und bedeckt (damit das ätherische Öl nicht verdunstet) 10 Minuten ziehen lässt, erhält einen hochwirksamen Hustentee. 1 Esslöffel auf 1 Liter Wasser ergibt eine wunderbar milde Inhalation zu Schleimlösung und Beruhigung.
Wer reichlich Thymian im Garten hat, kann, analog der Zubereitungsweise von Ringelblumensalbe, einen wirksamen Bronchialbalsam herstellen, der auch für Kleinkinder verwendbar ist. Anhänger der Reflexzonentherapie am Fuß massieren den Balsam im Bereich der Zehen ein (entspricht Lymphbahnen von Kopf und Hals). Ätherische Öle, die in Salbenform an den Reflexzonen appliziert werden, gelangen auf diesem Weg schnell an den Wirkungsort.
Falls zu viel Text evtl. roten Teil weglassen!!!
Getrockneter Thymian eventuell in Mischung mit Melisse, Minze oder Lavendel kann als Füllung für ein Kräuterkissen dienen. Hierfür wird ein Leinensäckchen (etwa 20×30 cm) locker mit den Kräutern gefüllt und als Schlafkissen verwendet. Durch die Körperwärme werden die ätherischen Öle freigesetzt, gelangen so in die Atemluft und können auf sanfte Weise ihre heilende Wirkung entfalten. Solche Mischungen können selbst komponiert oder ganz individuell in der Apotheke zusammengestellt werden. Das Kissen ist über 3-4 Wochen wirksam. Durch wiederholtes Durchkneten der Kräutermischung werden immer wieder neue Ölzellen aufgebrochen, wenn die Duftwirkung nachzulassen scheint.
Wer es konventionell möchte, kauft in der Apotheke Hustensaft, Tropfen oder Lutschpastillen mit Thymianextrakt und kommt auch auf diese Weise in den Genuss der ausgezeichneten Wirkung, ohne ein Risiko von Nebenwirkungen.
Zudem sei noch darauf hingewiesen, dass fast alle Küchengewürze auch im Teeregal der Apotheke ihren festen Platz haben. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass reichliches Würzen mit frischen und getrockneten Kräutern generell einen hohen gesundheitlichen Nutzen beinhaltet.

Thymian
(Thymus vulgaris)

Der Husten geht dich nichts mehr an,
Trinkst du den Tee von Thymian.
Sein herzhaft-würziges Aroma
Erinnert mich an meine Oma.
Wenn jemand von uns Husten hatte,
Dann gab es niemals die Debatte:
Muss man den Doktor konsultieren?
Könnt‘ man wohl auch mit Tee kurieren?
Die Oma hat ganz schnell befohlen,
Die Dose mit dem Tee zu holen,
Von Thymian den Sud zu köcheln,
Schnell war‘s vorbei mit Husten, Röcheln.
Bronchitis war kein Thema mehr.
Seither schätz ich dies Pflänzchen sehr.

Aus dem Buch:
„Mit Malventee am Kanapee –
Ein lyrisches Heilpflanzenlexikon für alle Lebenslagen“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-00-030908-3
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 118, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
oder die Verfasserin:
porsche-rohrer.praxis@t-online.de