Exotische Superfoods werden als wahre Alleskönner beworben. So stecken in den meist weit gereisten Lebensmitteln eine Fülle an gesunden Inhaltsstoffen, weshalb sie unseren Speiseplan bereichern. Um den Cholesterinspiegel zu senken oder das Immunsystem zu stärken, greift so mancher Konsument gerne zu Goji-Beeren, Chia-Samen und Co. Dabei finden sich viele heimische Alternativen, die (mindestens) genauso gut sind.
Was versteht man eigentlich unter Superfoods?
Superfoods liegen zweifellos im Trend. Doch was versteht man darunter eigentlich genau? Der Begriff bezeichnet gemeinhin pflanzliche Lebensmittel, denen aufgrund der enthaltenen Nährstoffe ein hoher gesundheitlicher Mehrwert nachgesagt wird. So sollen sie etwa entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften haben, den Körper entschlacken oder die Leistungsfähigkeit erhöhen. Demnach haftet ihnen häufig die Vorstellung an, dass sie zu mehr Wohlbefinden beitragen, das Immunsystem stärken und vor Krankheiten schützen. Wissenschaftliche Belege dafür, dass sie herkömmlichen pflanzlichen Produkten tatsächlich überlegen sind, existieren allerdings nicht.
Muss Superfood immer exotisch sein?
In der Regel assoziiert man mit Superfood exotische Produkte wie Chiasamen, Algen, Moringa, Açai- oder Goji-Beeren. Entsprechend beworben, finden wir es getrocknet, gemahlen oder auch in Form von Säften im Supermarkt. Günstig sind diese Produkte zwar meist nicht. Der gesundheitliche Nutzen lässt die Konsumenten allerdings gerne tiefer in die Tasche greifen. Doch muss Superfood zwingend exotisch sein? Nicht unbedingt! Zwar sind Geschmäcker bekanntlich verschieden, doch in letzter Zeit gelangt heimisches Superfood immer mehr ins Zentrum des Interesses. Kein Wunder, hat es doch so einige Vorteile zu bieten.
Welche Vorteile hat heimisches Superfood?
Herkömmliche Superfoods sind weit gereist, was natürlich nicht unbedingt für ihre CO₂-Bilanz spricht. Demgegenüber punkten regionale Produkte mit kürzeren Transportwegen und geringerem Energieverbrauch. Das macht sie weit umweltfreundlicher als die exotische Alternative. Der hohe Mehraufwand in Bezug auf Produktion und Transport spiegelt sich im Preis für Goji-Beeren, Chia-Samen und Co. Dieser schlägt deutlicher zu Buche als bei regionalem Superfood. Darüber hinaus lassen sich Anbaubedingungen exotischer Produkte in der Regel weniger gut beurteilen. Nicht zuletzt sind heimische Superfoods im Normalfall frisch erhältlich, während man bei weit gereisten Lebensmitteln häufig mit konservierten Produkten vorliebnehmen muss.
Regionales Superfood: wesentliche Vorteile im Überblick
- Regionale Superfoods weisen eine gute Ökobilanz auf.
- Ihre Anbaubedingungen sind nachvollziehbar.
- Sie sind frisch und günstig erhältlich.
Kraftpakete aus der Region: die vier besten heimischen Superfoods
Ob Vitamine, Mineralstoffe, Omega-3-Fettsäuren oder sekundäre Pflanzenstoffe – Superfood steckt voller gesunder Inhaltsstoffe. Dabei stehen heimische Produkte den Exoten in nichts nach. Die besten Kraftpakete aus der Region stellen wir Ihnen nachfolgend vor.
Sanddorn – reich an Vitamin C
Goji-Beeren sind nicht nur lecker, sondern gelten auch als Vitamin-C-Bomben. Ihr Zuckergehalt ist jedoch relativ hoch. Eine oft unterschätzte heimische Alternative ist Sanddorn. Die orange-gelben Früchte strotzen nur so vor Vitamin C, weshalb sie gerne eingesetzt werden, um das Immunsystem zu stärken. Darüber hinaus wirken sie antiviral und sind daher ein echter Geheimtipp bei Erkältungen. Da die rohen Früchte sauer schmecken, genießt man Sanddorn vorwiegend getrocknet als Tee oder als Saft.
Leinsamen – klein, aber oho!
Ernährungsbewusste Konsumenten reichern Müsli und Joghurt gerne mit Chia-Samen an oder greifen zu Chia-Öl. Leinsamen können hier ohne Weiteres mithalten. So sind die heimischen Ölsaaten nicht nur reich an Omega-3-Fettsäuren, sie stecken zudem voller Ballaststoffe und weisen viel Vitamin E, Magnesium und Kalium auf. Leinsamen regen die Verdauung an und wirken sich positiv auf unseren Stoffwechsel sowie das Herz-Kreislauf-System aus. Darüber hinaus schonen sie nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie.
Sauerkraut – ein unterschätztes Superfood
Als Superfood kann sich das oftmals unterschätzte Sauerkraut durchaus sehen lassen. So enthält der fermentierte Weißkohl nicht nur probiotische Milchsäurebakterien, er punktet zudem mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt und ist reich an Vitamin K, Folsäure, Natrium und Kalium. Damit ist Sauerkraut nicht nur unserer Darm- und Augengesundheit zuträglich, es wirkt außerdem immunstärkend. Nicht zuletzt ist das gesunde Kraut kalorienarm und unterstützt so eine schlanke Linie.
Walnüsse – die vielseitigen Kraftpakete
Walnüsse schmecken nicht nur gut, sie sind zudem gesund. Das heimische Superfood ist reich an Omega-3-Fettsäuren und stellt damit eine umweltfreundliche Alternative zur Avocado dar. Zudem enthalten Walnüsse viel Vitamin E und B sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Nicht zuletzt ist das regionale Kraftpaket ballaststoffreich und enthält Antioxidantien. Wer Walnüsse in seine Ernährung einbaut, tut dem Körper zweifellos Gutes. So wirken sie sich günstig auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel aus und stärken das Herz-Kreislauf-System. Außerdem haben sie einen positiven Einfluss auf die Funktion unserer Muskeln und des Gehirns.
