Langeweile am Arbeitsplatz kennen wir wohl alle. Was aber, wenn sie dauerhaft bestehen bleibt? Dass sich chronische Unterforderung im Job negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit auswirken kann, darin sind sich Fachleute einig. Mag das Boreout-Syndrom auch keine Erkrankung im eigentlichen Sinne sein, so ähneln die Anzeichen jenen des Burnout-Syndroms stark. Zum Glück gibt es Mittel und Wege, um bei der Arbeit wieder Sinnhaftigkeit und Freude zu empfinden. Alles zum Thema Boreout und wie man sich daraus befreit, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten!
Was versteht man unter dem Boreout-Syndrom?
Während das Burnout-Syndrom den meisten Menschen ein Begriff ist, ist das Boreout-Syndrom unbekannter. Die Namensähnlichkeit ist kein Zufall, gibt es doch deutliche Überschneidungen, was das Beschwerdebild angeht. Dennoch muss an dieser Stelle vorausgeschickt werden: Im Unterschied zum Burnout-Syndrom handelt es sich beim Boreout-Syndrom um keine Krankheit, die sich diagnostizieren lässt. Vielmehr kann man es als gesellschaftliches Phänomen betrachten.
Während das Burnout mit Überlastung und Überforderung einhergeht, versteht man unter Boreout (abgeleitet vom englischen Wort „boredom“ für „Langeweile“) eine permanente Unterforderung am Arbeitsplatz. Die Arbeitsauslastung entspricht also nicht dem, was eigentlich geleistet werden könnte. Langfristig verliert der Job auf diese Weise seine sinnstiftende Wirkung, die Motivation nimmt ab und Frustration macht sich breit. Im schlimmsten Fall drohen gesundheitliche Folgen.
Wie zeigt sich ein Boreout?
Ein Boreout entsteht nicht nur schleichend, auch Anzeichen und deren Ausprägung können variieren. Das trägt dazu bei, dass es oftmals lange dauert, bis Betroffene körperliche oder psychische Beschwerden mit der Situation am Arbeitsplatz in Zusammenhang bringen. Dass Unterforderung krank machen kann, scheint in unserer Leistungsgesellschaft zudem paradox.
Hauptmerkmale eines Boreouts sind Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und ein erhöhter Stresspegel. Betroffene kommen nicht zur Ruhe, fühlen sich erschöpft und der Selbstwert leidet. Mit der Zeit nimmt die Belastbarkeit ab und die Fehleranfälligkeit steigt an. Der Verlust der Motivation führt langfristig zu einem Leistungsabfall. Betroffene ziehen sich mehr und mehr zurück, was sich negativ auf das Privatleben auswirkt. Gereiztheit und Aggressionen können ebenfalls auftreten. Körperlich macht sich der permanente Leerlauf im Job etwa durch Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus oder Magen-Darm-Probleme bemerkbar. Auch die Infektanfälligkeit kann zunehmen. Im schlimmsten Fall drohen schwerwiegende Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.
Warum kommt es zu einem Boreout?
Wird der Job permanent als unterfordernd wahrgenommen, sind Langeweile und Frustration vorprogrammiert. Verschiedene Umstände können dazu beitragen, dass Betroffene in ein Boreout rutschen.
Mögliche Auslöser des Boreouts im Überblick:
- Es ist zu wenig Arbeit vorhanden und/oder Aufgaben sind nicht anspruchsvoll genug.
- Die vorhandenen Aufgaben werden nicht sinnvoll verteilt.
- Es sind keine Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung vorhanden.
- Der Tätigkeitsbereich ist monoton, langweilig und wird als sinnlos erlebt.
- Die Wertschätzung von Führungskräften und/oder Kollegen und Kolleginnen fehlt.
- Die Organisationsstrukturen sind unflexibel.
- Es besteht Angst vor einem Jobverlust.
- Es gibt keinen privaten Ausgleich.
Lustlos im Büro – die besten Tipps gegen Boreout
Fehlt dem Job die sinnstiftende Wirkung, macht sich das über kurz oder lang bemerkbar. Aufmerksam für die eigene Stimmungslage zu sein, ist der erste Schritt zur Veränderung. Oftmals braucht es gar nicht viel, um den Arbeitsbereich wieder attraktiver zu gestalten. Fallen Bemühungen allerdings auf keinen fruchtbaren Boden, ist es an der Zeit, die Reißleine zu ziehen und über einen Jobwechsel nachzudenken.
Die besten Tipps gegen permanente Langeweile am Arbeitsplatz:
# 1: Führen Sie Protokoll
Führen Sie über den Zeitraum von drei bis vier Wochen ein Protokoll, in dem Sie nicht nur die Arbeitstätigkeit selbst dokumentieren, sondern auch die benötigte Zeit für einzelne Aufgaben. Listen Sie auf, was Ihnen gefällt und was für Unterforderung und Langeweile sorgt. So bekommen Sie nicht nur einen guten Blick für die Ist-Situation und dafür, wohin es gehen soll, Sie können Ihre Aufzeichnungen auch im Gespräch mit Vorgesetzten nutzen.
# 2: Suchen Sie das Gespräch
Scheuen Sie sich nicht, das Gespräch mit Vorgesetzten zu suchen. Der Wunsch nach Herausforderung und neuen Aufgaben ist absolut nachvollziehbar. Bringen Sie ruhig Vorschläge ein, wie Ihr Arbeitsfeld (wieder) spannender gestaltet werden kann. Gute Führungskräfte sind in der Regel an motivierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen interessiert.
# 3: Fassen Sie Weiterbildungsangebote ins Auge
Manchmal braucht es externe Herausforderungen, um wieder mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu empfinden. Möglicherweise gibt es spannende Weiterbildungsangebote, die für Aufschwung sorgen könnten.
# 4: Halten Sie Augen und Ohren offen
Ob im beruflichen oder privaten Umfeld: Halten Sie Augen und Ohren offen! Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, neue Aufgaben zu übernehmen, die Abteilung zu wechseln oder jemand weiß von einem interessanten Jobangebot.
# 5: Legen Sie den Fokus auf das Privatleben
Läuft es beruflich nicht rund, ist es wichtig, privat für Ausgleich zu sorgen. Langeweile am Arbeitsplatz lässt sich (zumindest kurzfristig) kompensieren, indem man nach Feierabend sinnvollen Tätigkeiten nachgeht, die einem Freude bereiten.
# 6: Investieren Sie in ein Coaching
Ein Coaching hilft dabei, Klarheit über die momentane Situation zu gewinnen und Schwierigkeiten sowie Handlungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. Langfristig kann das zu einer positiven Veränderung beitragen.
