Armut kann krank machen – das belegen zahlreiche Studien. So ist das Erkrankungsrisiko bei von Armut bedrohten oder betroffenen Bevölkerungsgruppen erhöht. Den Zusammenhang zwischen geringem Einkommen und Gesundheit möchten wir im folgenden Artikel gerne näher beleuchten.

Wann ist man arm?

Armut ist den meisten von uns ein Begriff, verbinden wir damit doch einen bestimmten Mangel. Dieser kann auf ganz unterschiedlichen Ebenen sichtbar werden. Gebraucht man den Armutsbegriff im alltäglichen Kontext, ist in der Regel relative Armut gemeint. Eine solche zeigt sich immer im gesellschaftlichen Vergleich. In Deutschland gelten jene Personen als armutsgefährdet, die monatlich weniger als
60 % des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung haben.  

Faktoren wie mangelnde Schulbildung, prekäre Arbeitsverhältnisse oder Arbeitslosigkeit begünstigen Armut. Das wiederum wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

Diese Personengruppen haben ein erhöhtes Armutsrisiko:

  • Personen ohne Schulabschluss
  • gering qualifizierte Personen
  • (Langzeit-)Arbeitslose
  • Personen, die sich in prekären Arbeitsverhältnissen befinden
  • Alleinerziehende
  • Personen mit Migrationshintergrund
  • Personen mit Beeinträchtigungen (Behinderungen, chronische Krankheiten, psychische Probleme)
  • ältere Personen

Wie beeinflusst Armut die Gesundheit?

Zwischen Armut und Gesundheit besteht eine Wechselwirkung. So kann Armut nicht nur krank machen, sondern Krankheit umgekehrt auch arm. Es lassen sich verschiedene Faktoren ausmachen, die die soziale Situation eines Menschen so beeinflussen können, dass Folgen für die Gesundheit zu erwarten sind. Solche sind neben Bildung und Berufstätigkeit auch das Einkommen. Sie alle beeinflussen sich außerdem wechselseitig.

Mangelnde Bildung (damit ist auch die Berufsausbildung gemeint) erhöht das Risiko für prekäre Arbeitsverhältnisse und ein niedriges Einkommen. Darüber hinaus sorgt sie nicht selten dafür, dass Informationen über Gesundheit und Gesundheitsprävention unzugänglich bleiben. Fehlen eine sinnstiftende Tätigkeit und ein ausreichendes Einkommen, wirkt sich das automatisch negativ auf die soziale Teilhabe aus. Die psychische Belastung steigt und in weiterer Folge kommt es womöglich zu Verhaltensweisen, die der Gesundheit abträglich sind wie etwa erhöhter Alkohol- oder Tabakkonsum.  

Welche Folgen kann Armut für die Gesundheit haben?

Die gesundheitlichen Folgen von Armut zeigen sich nicht sofort, sondern stellen sich schleichend über die Jahre hinweg ein. In diesem Zusammenhang treten folgende Beschwerden besonders häufig auf:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Konzentrations- und Schlafstörungen
  • Übergewicht
  • Probleme im Magen-Darm-Bereich
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinfarkte
  • chronische Atemwegserkrankungen
  • Probleme mit dem Bewegungsapparat
  • psychische beziehungsweise psychosoziale Beschwerden (Isolation, Stress, Ängste, Depressionen …)

Abschließend ist es wichtig festzuhalten, dass gesundheitliche Auswirkungen von Armut gesamtgesellschaftlich relevant sind. Geeignete Maßnahmen im Sinne einer Armutsbekämpfung sind daher dringend notwendig, machen sie sich doch langfristig bezahlt.