Die Zeitungsmeldungen über eine drohende Grippewelle stimmen uns immer wieder nachdenk-lich. Übertriebene Angst ist sicherlich fehl am Platz, denn sie schwächt nur zusätzlich das Immun-system, aber ein paar Gedanken, was jeder für sich selbst tun kann, schaden gewiss nicht.
Da ja die Grippeviren mit Antibiotika nicht behandelbar sind, muss es das vorrangige Ziel sein, die unspezifische Immunabwehr zu stärken. Das ist zu jeder Zeit und für alle Menschen sinnvoll, nicht nur im Hinblick auf die Grippe.
Reichliches Trinken sollte stets selbstverständlich sein. Auf gut befeuchteten Schleimhäuten kön-nen sich Viren oder Bakterien kaum festsetzen, und daher ist schon einfaches Leitungswasser ein effektiver Schutz.
Ein ausgewogenes Maß an Ruhe und Bewegung lehrte uns schon Pfarrer Kneipp. Ein ausgeschla-fener Organismus hat eine stärkere Abwehrkraft als ein übermüdeter. Ausdauersport wie z.B. Lau-fen oder Schwimmen trainiert Hautdurchblutung und Atmung und produziert Glückshormone, welche noch zusätzlich immunstärkend sind. Zudem wird Stress abgebaut. Diese Wirkungen wer-den durch Sauna oder Wechselduschen noch verstärkt.
Eine vitaminreiche, leichte, zuckerarme Kost mit viel Obst und Gemüse versorgt den Körper opti-mal mit Nährstoffen und unterstützt auch den Stoffwechsel und die Entgiftung. Nicht nur die vi-tamin-C-reichen Früchte sind wichtig. Auch karotinreiche Gemüse bzw. Säfte stärken die Abwehr.
Zudem kann die Änderung von ganz banalen Gewohnheiten zum Schutz vor Grippe beitragen. Wie viele Menschen lecken z.B. jeden Tag zahllose Male die Finger ab, beim Umblättern in der Wartezimmerzeitung, im Kirchengesangbuch und beim Abzählen von Geldscheinen. Man nimmt damit die Viren anderer Menschen auf und gibt die eigenen weiter.
Mit diesen abgeleckten Fingern werden dann wieder Hände geschüttelt und Türklinken angefasst – ein endloser Kreislauf. Auch die früher gelehrte Anstandsregel, beim Husten und Niesen die Hand vor den Mund zu halten, ist nur noch wenigen Menschen geläufig. Der Wechsel von Ta-schentüchern kann gar nicht oft genug stattfinden.
Häufiges Händewaschen sollte selbstverständlich sein und natürlich auch der Gebrauch von Ein-malhandtüchern, denn ein feuchtes Handtuch, das immer wieder benutzt wird, ist der reinste Tummelplatz für alle Krankheitserreger.
Eine kritische Betrachtung der eigenen Gewohnheiten schützt uns selbst und andere.
Die genannten Maßnahmen sind eigentlich klein, haben aber eine große Wirkung und geben je-dem selbst das Gefühl, gut geschützt zu sein und etwas zur Vorbeugung beitragen zu können. Mit Optimismus lebt es sich leichter, auch in Grippezeiten.
Andornmischkräuter
Andorn, Fenchel, Königskerzen,
Dill und dazu guter Wein,
Macht dich frei von Gliederschmerzen,
Lässt die Grippe leichter sein.
Schnupfen, Husten, Heiserkeit
Sind geheilt in kurzer Zeit.
Fenchel löst den Schleim im Rachen,
Tut den Atemwegen gut.
Königskerzenblüten machen
Kranken Bronchien wieder Mut.
Schwachen Lungen hilft der Dill,
Wenn man wieder fit sein will.
Andorn schätzte man schon immer,
Ist bei Asthma anerkannt.
Doch ich dachte nie und nimmer,
Was ich jüngst bei Google fand:
Im Jahr 2018 war es,
Da hieß er „Heilpflanze des Jahres“.
Herstellung: 20 g Andornkraut, 30 g Königskerzenblüten
30 g Fenchelsamen, 30 g Dillkraut, in 3/4 l Wein kochen;
3-4 x täglich ½ Tasse trinken
Aus dem Buch:
„Mit Hildegard von Bingen kann Gesundheit gelingen –
Ein Lyrisches Handbuch der Hildegard-Medizin“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-9821184-0-6
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 134, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
oder die Verfasserin:
porsche-rohrer.praxis@t-online.de
